O edles Grün

O edles Grün

O edles Grün,
das wurzelt in der Sonne
und leuchtet in klarer Heiterkeit,
im Rund des kreisenden Rades,
das die Herrlichkeit des Irdischen nicht erfaßt:
umarmt von der Herzkraft himmlischer Geheimnisse
rötest du wie das Morgenlicht
und flammst wie der Sonne Glut.
du Grün bist umschlossen von Liebe.    

Hildegard von Bingen

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KraftquellenTag in Hamburg: Noch zwei Plätze frei!

Am 2.4. ist der KraftquellenTag in Hamburg-Volksdorf, von 10 bis 16 Uhr.
Wir werden uns in einer kleinen Gruppe um unsere Ressourcen kümmern, sie sichten, sortieren, neu finden, erweitern, kreativ und intuitiv  Selbstsorge betreiben.

Auf dem Programm stehen unter anderem:

  • das Ressourcenbuch, ein ganz persönliches Buch der eigenen Kraftquellen, mit Pflegeanleitung und Instant-Glück-Listen
  • den Geist zum Atem bringen, eine effektive und alltagstaugliche Entspannungsmethode, um das Karussell im Kopf zu verlangsamen
  • Märchenweisheit, denn den Heilungsweg der Heldin zu betrachten gibt poetische Orientierung über die eigene Heilreise

Alle angebotenen Wege und Methoden, die eigenen Kraftquellen zu finden und zu stärken, habe ich in Jahren der KraftquellenArbeit im Reha-Zentrum Utersum erprobt und im Kontakt mit PatientInnen ständig weiterentwickelt. Der KraftquellenTag in Hamburg wird schon zum zweiten Mal von einer ehemaligen Rehabilitandin organisiert.

KraftquellenTag  2.4.
Ohlendorffsche Villa, Hamburg-Volksdorf
(3 Gehminuten von der U1 Station Volksdorf)
10 bis 16 Uhr, Kostenbeitrag 120 Euro,
Info und Anmeldung telefonisch 04683-963187 oder per Mail
Ein sozialer Freiplatz ist ebenfalls noch zu besetzen!

rosen Juli 15 012

Tig

Auf netflix gibt es die Dokumentation von Tig Notaro, einer standup-Comedienne, über ihr Leben.
Ich habe noch selten gesehen, wie jemand so souverän aus einer schwierigen Lebenslage Comedy macht. Die Aufnahme der Show aus dem Largo Theatre in Los Angeles,  die sie machte, nachdem sie am Tag zuvor die Diagnose Brustkrebs erhalten hatte, ist legendär.
Amazon hat eine Pilotsendung einer neuen Comedy-Serie von Tig Notaro produziert, die ebenfalls sehr sehenswert ist: „One Mississippi“. Das ist Humor an der Abbruchkante, für alle, die die Härten des Lebens kennen und sich nicht scheuen, auch darüber zu lachen.
Eine Kraftquelle!
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2.4.: KraftquellenTag in HH!

.. zum Vormerken:

Am 2. April ist der zweite KraftquellenTag in der Ohlendorffschen Villa in Hamburg-Volksdorf, organisiert von einer ehemaligen Rehabilitandin.
KraftquellenTag:
einen ganzen Tag lang, drinnen und draußen;
Kraftquellen für gute und schlechte Tage
kennenlernen, wiederfinden, einprägen, mit nach Hause nehmen.
Villa und Park sind zauberhaft und gut zu erreichen.
Kosten 120 Euro,  ein kosten-freier Platz.
Anmeldung bei mir, gerne  per mail, (Kontakt auf diesem blog);
telefonische Nachfragen und Infos wieder ab 15. Februar.
Ich freue mich sehr und danke der Organisatorin aufs herzlichste!

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Pflegeanleitung

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In der Kraftquellenarbeit schreiben wir manchmal unsere eigene Pflegeanleitung.
Die heißt so, weil eine Patientin, als ich das vorschlug, spontan sagte:
Das ist ja wie auf dem Etikett in der Kleidung: nur bei 30 Grad waschen, zum Trocknen in Form ziehen!  Wir haben sehr gelacht.
Also die ganz persönliche Pfleganleitung:
Sie besteht aus vier Punkten, und sie sind eigentlich alle Listen.  Zehn Eintragungen, schnell und skrupellos geschrieben, wenn zu einem Punkt nichts einfällt, dann drei Platzhalterpunkte und  weitermachen.  Das Ergebnis ist umso aufschlussreicher, je skrupelloser geschrieben wird.
Die Pflegeanleitung ist nur für die eigenen Augen bestimmt, sie wird niemandem gezeigt, kann aber natürlich hin und wieder upgedatet werden.

Meine persönliche Pflegeanleitung

  1. Was ich brauche, damit es mir gut geht
  2. Was ich tue, damit es mir gut geht
  3. Was die anderen tun können, damit es mir gut geht
  4. Meine Sehnsüchte

Der dritte Punkt ist bei manchen Patientinnen besonders beliebt und muss erweitert werden. Alle vier Punkte, besonders aber der vierte, verwandeln sich manchmal unter der Hand in To-do-Listen. Auch schön!

Was ich tue, damit es mir gut geht: Rausgehen und Fotografieren,  gerne am Strand von Utersum. Und kürzlich war ein kalter, klarer Abend, mit gefrorenem Sand, trockener Luft, viel Wind und Vollmond über den Dünen:

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Pflanze unmögliche Gärten: 2016

Jeder Mensch ist ein Künstler

Lass Dich fallen. Lerne Schlangen zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen
und verteile sie überall in Deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue Dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch Du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere Dich, „verantwortlich zu sein“ – tu es aus Liebe!
Mache eine Menge Nickerchen.
Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge.
Bade im Mondschein.

Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell Dir vor, Du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern. Höre alten Leuten zu.
Öffne Dich. Tauche ein. Sei frei.

Preise Dich selbst.

Lass die Angst fallen, spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in Dir. Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken. Werde nass. Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.
– Joseph Beuys

6. Juni 15 Garten 084Allen, die dieses Jahr mit mir unmögliche Gärten gepflanzt haben:
Guten Rutsch
in ein
fröhliches,
ausbalanciertes
und
durch und durch erfreuliches Jahr 2016!

 

 

Die alten Kraftquellen

20151104_152406„Ach, deshalb hab ich das gemacht, das hab ich ja schon als Kind immer gemacht, wenn ich in Bedrängnis war, das hat mir damals schon geholfen…“ , sagte eine Teilnehmerin ganz verblüfft, mit dem Licht der plötzlichen Erkenntnis in den Augen.

Wir hatten das Märchen Die Madonna und der Drache gehört, aus dem Buch von Heidi Christa Heim: Märchenlicht… . In diesem italienischen Volksmärchen steigt eine Frau, die ihr schweres Leben nicht mehr ertragen kann, in einen Erdspalt hinunter und begegnet der Madonna, die dort für einen Drachen die Glocken läuten muss, damit der nicht auf die Erde gelangt und dort Verwüstungen anrichtet. Die Heldin nimmt später die Glockenstränge selbst in die Hand, und als sie erschöpft ist und nicht weiter kann, fängt sie plötzlich zu singen an, wie sie das als junges Mädchen getan hat. Das beruhigt den Drachen.
Dieser Moment faszinierte uns im Gespräch, und einige erinnerten sich, was es wirklich war, das die Krise in ihnen ausgelöst hat. Sie berichteten von ungeplanten Rückgriffen auf ganz alte persönliche Kraftquellen: „Ich bin einfach losgelaufen, so wie früher als Kind…“ , „Ich hab die Fähigkeit zum Vertrauen wiedergefunden und mich fallenlassen…“, „Ich bin einfach stundenlang mit dem Auto über die Insel gefahren, mit ganz lauter Rockmusik in den Ohren, so wie früher als Achtzehnjährige…“ .
Darum geht es: den Raum zu betreten, in dem es möglich wird, dass alte Kraftquellen-Handlungen, alte Kraftquellen-Gefühle wieder auftauchen können und ihren Zauber neu entfalten können. Dieser Raum ist oft, wie es das Märchen auch beschreibt,  gar nicht so angenehm: die Heldin ist mit ihrer Kraft am Ende, schon zum zweiten mal innerhalb kurzer Zeit, sie ist auch am Ende ihrer Weisheit, sie ist völlig erschöpft. Denken, Pläne machen, berechnen, nach Anweisung handeln hilft nicht mehr weiter, für diese Situation gibt es keine Blaupause.
Das ist immer der Moment, in dem die Heldin zu Heldin wird: so wie bisher geht’s nicht weiter. Kein angenehmer Ort, aber ein höchst interessanter: im Zwischenraum zwischen nicht mehr und noch nicht entsteht,  ganz zart und leicht, das Neue, und es entsteht meist aus dem Rückgriff auf das Alte, Abgesunkene, Vergessene, die Kräfte von früher: singen, tanzen, radfahren, rennen, sitzen, bewundern, wertschätzen, loslassen, vertrauen, sich freuen. Plötzlich ist etwas Neues geschehen, Rilke sagt in seinem Frühlingsgedicht:
Kleine Wasser ändern die Betonung.
So geht das. Absichtslos, ohne Ringen, ohne Kampf, ohne Plan, ohne Vorsatz und ohne Rezept.

Die Veränderung entsteht aus dem ganz zarten und bodenlosen Sich-Einlassen auf das, was ist. Und dann geht es leichter weiter.

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