Dauertrotzer widerlicher Umstände

17.7. Schmetterlinge 020Ich freue  mich immer sehr, wenn ich merken kann, dass die Haltungen, die in der Reha gelernt werden, im Alltag Bestand haben und weiter genutzt werden. Das Haiku-Schreiben ist, so will es mir scheinen, eine Lebenseinstellung und eine meditative Praxis zugleich.  Hier eine Rückmeldung von einer Rehabilitandin, die im T-Shirt mit der Aufschrift: Dauertrotzer widerlicher Umstände zu den Sitzungen kam und der es die Haikus angetan hatten:

Ich hatte ja Sorge, dass mich hier nichts anfliegt, aber ich habe mich gleich an meinem 1. Tag in einen schönen Park in der Innenstadt begeben, mich an einer meiner bevorzugten Stellen niedergelassen und siehe da … ich schreibe es Ihnen einfach mal:

Alte Säulen im
Park, dunklen Zeiten getrotzt –
nichts ist vergessen

Dieser Moment hat noch eines rausgelassen:

Reste von Säulen
zeugen von dunklen Zeiten –
friedliche Ruhe

Ich bin immer mal wieder auf dem Haiku-Trip und suche nach Momenten, die ich hier tatsächlich auch finde, wenn auch nicht solche Knaller-Momente wie auf Föhr, aber das stimmt mich schon ganz zufrieden. Das Ganze ist auf dem Festland und im Alltagsleben einfach anspruchsvoller, und deshalb habe ich mir auch das Haiku-Buch von  Inahata Keiko:  Welch eine Stille!  angeschafft.
Und das Notiz-Heft immer parat.
Heute konnte ich sogar eine Freundin, die -zig langwierige Grässlichkeiten und alle immer gleichzeitig am Start hat, mit einem meiner Föhr-Haikus beglücken, so war es wirklich, und das war für mich natürlich auch ganz besonders besonders …
Ich freue mich schon auf die nächste Reha mit Schreibereien und neuen Entdeckungen.

Ich freue  mich auch und grüße herzlich in den Grüneburgpark!